Asteroiden Missionen

Asteroiden standen erst sehr spät auf dem Plan der Weltraumforscher, obwohl der Erste bereits vor mehr als 200 Jahren entdeckt wurde. Asteroiden wurden lange eher als Störenfriede angesehen, wenn Raumsonden zu den äußeren Planeten fliegen sollten und dabei den Asteroidengürtel durchqueren mussten. Die Flugbahn muss sorgfältig geplant sein, damit die Sonden nicht mit Asteroiden oder deren Bruchstücken zusammenstoßen.

Erst 1991 besuchte eine Sonde einen Asteroiden und schickte viele Fotos zur Erde. Dabei wurde gleich eine neue Entdeckung gemacht - auch Asteroiden können Monde haben! Außerdem fiel auf Fotografien auf, dass nicht ein Asteroid wie der andere aussieht, sondern dass es verschiedene Arten gibt.

Asteroiden bildeten sich vermutlich vor viereinhalb Milliarden Jahren gleichzeitig mit den Planeten heraus und befinden sich noch immer in diesem ursprünglichen Zustand von damals. Wenn wir sie erforschen, können wir herausfinden, aus welchem Material sich unsere Ur-Erde zusammensetzte.

Auf dieser Seite werden alle Missionen kurz vorgestellt, die sich mit der Beobachtung und Erforschung von Asteroiden befassten. Momentan ist auch wieder eine Sonde Richtung Asteroidengürtel unterwegs, die uns ab 2015 neue Erkenntnisse bringen könnte. Wir dürfen gespannt sein.

Galileo NEAR Deep Space
Stardust Hayabusa Dawn

Raumsonde Galileo im Jahre 1991

Asteroid Gaspra und 1993 Asteroid Ida

Die Raumsonde Galileo startete im Jahr 1989 und hatte den Planeten Jupiter zum Ziel. Da sie unterwegs durch den Asteroidengürtel fliegen musste, waren für diesen Abschnitt der Reise Besuche bei zwei Asteroiden eingeplant.

1991 kam Galileo am Asteroiden Gaspra vorbei und fotografierte ihn aus einer Entfernung von nur 1600 km. 1993 gab es einen Besuch von Galileo beim Asteroiden Ida, wobei erstmals entdeckt wurde, dass auch Asteroiden Monde haben können. Der kleine Brocken (Durchmesser beträgt nur 1-2 km), der Ida umkreist, wurde Dactyl genannt.

Näheres zur gesamten Mission Galileos gibt es auf der Seite der Jupitermissionen.


Raumsonde NEAR-Shoemaker im Jahr 1997

Besuch beim Asteroiden Mathilde und Landung 2001 auf Eros

Im Jahr 1996 machte sich die Raumsonde NEAR-Shoemaker auf den Weg zum Asteroidengürtel. Die Buchstaben NEAR stehen dabei für 'Near Earth Asteroid Rendezvous' - zu deutsch 'Besuch bei erdnahen Asteroiden'.

1997 kam NEAR am Asteroiden Mathilde vorbei und schickte einige Fotos von dieser Begegnung zur Erde. Ab Februar 2000 umkreiste sie den Asteroiden Eros etwa ein Jahr lang und fotografierte und untersuchte ihn ausgiebig. Dann landete die Sonde sogar auf der Oberfläche von Eros.

NEAR-Shoemaker war also die erste Sonde, die einen Asteroiden nicht nur im Vorbeiflug fotografierte, sondern ihn auch umkreiste und schließlich auf ihm landete. Übrigens: Die Schwerkraft auf einem Asteroiden ist viel geringer als auf der Erde. Dort würde man sehr viel weniger Kilo auf die Waage bringen, und man könnte spektakulär hohe und weite Sprünge vollführen!


Raumsonde Deep Space 1 im Jahr 1999

Besuch beim Asteroiden Braille

Deep Space 1 wurde 1998 gestartet und diente dazu, einige Neuerungen in der Raumfahrttechnik zu testen. Sie besaß einen neuartigen Xenon-Ionenantrieb. Ihr Ziel war der Asteroid Braille, an dem sie im Jahr 1999 nach neun Monaten Flugzeit vorbeikam. Zum ersten Mal wurde hierbei ein Magnetfeld um einen Asteroiden gemessen.

Da die Sonde danach noch über genügend Treibstoff verfügte, wurde sie zum Kometen Borrelly weitergeschickt, den sie im September 2001 aus der Nähe fotografieren konnte. Im Dezember 2001 ist Deep Space 1 dann abgeschaltet worden.

Die Mission war ein Erfolg, denn der neue Ionenantrieb funktionierte einwandfrei und kann nun bei weiteren Missionen eingesetzt werden, bei denen große Strecken im All zurückgelegt werden müssen.


Raumsonde Stardust im Jahr 2002

Besuch beim Asteroiden Annefrank

Die Raumsonde Stardust wurde 1999 gestartet und hatte den Kometen Wild 2 zum Ziel, von dem sie Kometenstaub einsammeln sollte. Auf ihrem Weg dorthin musste sie durch den Asteroidengürtel und kam dabei am Asteroiden Annefrank vorbei. Dort wurden alle Systeme getestet, die dann später am Kometen zum Einsatz kommen sollten. Stardusts Mission zum Kometen Wild 2 ist auf dieser Seite ausführlicher dargestellt: Missionen zu Kometen.


Raumsonde Hayabusa im Jahr 2005

Besuch beim Asteroiden Itokawa

Am 9. Mai 2003 startete die japanische Raumsonde Hayabusa (zu deutsch Falke), um dem Asteroiden Itokawa einen Besuch abzustatten. Im September 2005 kam die Sonde mit dreimonatiger Verspätung dort an. Unterwegs hatten größere Solarstürme ihre Triebwerke beschädigt, sodass sie an Geschwindigkeit verlor und somit der gesamte Missionsplan durcheinander geriet.

Hayabusa hatte auch eine kleine Landeeinheit dabei, die aber leider zum falschen Zeitpunkt abgesetzt wurde und daraufhin in den Tiefen des Weltalls verschwand. Die Schwerkraft Itokawas reichte nicht aus, um den Lander festzuhalten.

Eine Besonderheit dieser Mission war, dass Bodenproben entnommen werden sollten. Die Sonde näherte sich hierbei dem Asteroiden bis hin zum Berührungskontakt, feuerte ein kleines Geschoss auf seine Oberfläche ab und sammelte dann mit einer Art Staubsauger das aufgewirbelte Material ein. Ob diese Aktion wirklich geklappt hat, ist noch nicht sicher. Hayabusa wird zur Erde zurückkehren und den Probenbehälter abliefern. Dann können wir nachsehen, ob er gefüllt ist oder nicht. Denn um diese Bodenproben zu bekommen, wurden vier Versuche unternommen, von denen mindestens zwei fehlschlugen.

Hayabusa blieb zwei Jahre lang beim Asteroiden und trat 2007 die Heimreise an. Im Juni 2010 wird die Raumsonde voraussichtlich auf der Erde zurückerwartet. Hoffen wir, dass sie die lange Reise durchs All gut übersteht und wohlbehalten zu uns zurückkehrt! Wenn alles läuft wie geplant, werden wir bald erstmalig das Material eines Asteroiden besitzen und untersuchen können.


Raumsonde Dawn im Jahr 2011

Besuch beim Asteroiden Vesta und 2015 bei Ceres

Am 27. September 2007 startete die Raumsonde Dawn (zu deutsch Morgendämmerung) ihre langjährige Reise zu den beiden größten und am längsten bekannten Asteroiden im Asteroidengürtel, Vesta und Ceres. Dabei werden diese eine Weile von der Raumsonde begleitet, fotografiert und kartiert. Da die Kameras Aufnahmen in verschiedenen Spektralbereichen machen können, werden wir Informationen zur geologischen Zusammensetzung der Asteroidenoberflächen bekommen. Mit den Spektrometern an Bord lässt sich außerdem herausfinden, ob Elemente wie Sauerstoff, Wasserstoff, Eisen, Magnesium und Aluminium vertreten sind und wie häufig sie vorkommen.

Vesta und Ceres sind zwar unter gleichen Bedingungen entstanden, haben aber recht unterschiedliche Eigenschaften. Auf Vesta wurde schon vulkanisches Gestein gefunden, Ceres dagegen scheint Wassereis zu besitzen. Vielleicht finden wir heraus, wie solche Unterschiede zustandekommen können.

Dawn hat eine insgesamt 8jährige Reise vor sich und wird dabei 5 Milliarden Kilometer zurücklegen! Sie wird die erste Sonde sein, die bei Asteroiden in eine Umlaufbahn einschwenkt und sie wie ein Mond umkreist.


Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen von der NASA (Courtesy NASA/JPL-Caltech).


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