Beobachtung

Sonne beobachten Teil 2

Atmosphärische Erscheinungen haben zwar wenig mit der direkten Beobachtung der Sonne zu tun, werden jedoch durch die Sonnenstrahlung bzw. die Streuung des Sonnenlichtes in der Atmosphäre verursacht. Dadurch wird es bunt am Himmel, und viele dieser Phänomene sind ein echter Hingucker, weil sie uns mit ihrer Farbenpracht verzaubern. Deshalb möchte ich diese Erscheinungen hier im Rahmen der Sonnenbeobachtung vorstellen.

Teil 2: Atmosphärische Erscheinungen durch das Sonnenlicht

Die Bläue des Himmels

Erde vom Mond aus gesehenOhne die Atmosphäre, durch die das Sonnenlicht dringen muss, um zu uns zu gelangen, hätten wir keinen blauen Himmel. Vielmehr wäre er schwarz, selbst am Tag, und wir könnten neben der Sonne auch die Sterne sehen. Diesen Effekt haben die Astronauten der Apollo-Missionen bemerkt, als sie auf dem Mond waren.

Der Mond hat keine Luftschicht. Das Sonnenlicht trifft ungefiltert auf den Mondboden. Der Himmel auf dem Mond ist auch tagsüber schwarz. Sterne sind auf den Aufnahmen der Astronauten nur deshalb nicht zu erkennen, weil sie viel weniger leuchten als die Sonne. Bei länger belichteten Aufnahmen hätte man die Sterne abbilden können.

In der irdischen Atmosphäre wird das eintreffende Sonnenlicht auf seinem Weg zum Erdboden gefiltert. Die Atmosphäre blockiert fast die gesamte von der Sonne ausgesandte Bandbreite der Strahlung.

Blauer HimmelAm Boden kommt nur noch ein Teil des sichtbaren Lichtes an sowie etwas Infrarotstrahlung und etwas UV-Strahlung.

Wenn das weiße Licht der Sonne in die Atmosphäre der Erde eindringt, gelangen seine roten, gelben und grünen Anteile fast ungefiltert bis hinunter zu uns (miteinander gemischt ergeben sie nahezu weißes Licht). Große Teile des blauen und violetten Lichtes aber werden durch die Gasmoleküle der Atmosphäre geschluckt und wieder herausgelassen, dabei aber in alle möglichen Richtungen gestreut.

Und was passiert nun mit all den ‚nicht-blauen’ Wellenlängen? Sie sind immer noch miteinander gemischt, nicht durch die Gasmoleküle gestreut und erscheinen uns weiß. Das zerstreute blaue und violette Licht beherrscht den Himmel über uns und läßt ihn blau erscheinen.

Teile des violetten Lichtes werden dann noch in der unteren Atmosphäre absorbiert. Außerdem nehmen unsere Augen blau besser wahr als violett. Also sieht der Himmel für uns blau aus, wenn er von Sonnenlicht durchdrungen ist.

Richtung Horizont geht der Himmel in ein helleres Blau über bis fast hin zu weiß. Das Sonnenlicht, das uns vom Horizont aus erreicht, muss durch dickere Luftschichten durch als das Licht, das direkt von oben kommt. Die Gasmoleküle haben das blaue Licht nun so oft und in so viele Richtungen hin- und hergestreut, dass es uns nun doch erreicht.

Sonnenuntergang Größere Partikel von Staub, Luftverschmutzung und Wasserdampf in der Atmosphäre reflektieren und streuen große Anteile des roten und gelben Lichtes und lassen den Himmel im Westen für uns in den schönsten Farben leuchten, in rot, orange, gelb und all ihren Zwischenstufen.

Die schönsten Farben und die größte Farbpalette erleben wir also, wenn die Luft nicht klar ist, sondern von Staub, Vulkanasche, Wassertröpfchen, Eiskristallen und ähnlichem durchsetzt ist. Wolken tun ihr übriges dazu, einen Sonnenuntergang zu verschönern, indem auch sie die aufregendsten Farben annehmen.

Regenbogen

Regenbogen entstehen, wenn die Wassertropfen eines Regenschauers von Sonnenstrahlen durchdrungen werden. Wichtig dabei ist der Standort des Beobachters. Er muss die Regenwand vor sich haben und die Sonne im Rücken.

Die einzelnen Regentropfen wirken wie ein Prisma, in dem der Sonnenstrahl reflektiert und gebrochen wird und das Licht in seine einzelnen Bestandteile zerlegt wird.

Die Farben werden dabei wellenlängenabhängig unterschiedlich stark gebrochen und ordnen sich dann in dem typischen Streifenmuster an. Manchmal entstehen sogar mehrere Regenbögen zugleich.

Nebensonnen und Halos

Sonnenhalo

Manchmal kommt es auch ohne Regen zu bunten Lichtbögen am Himmel. Meist erscheinen sie links und rechts der Sonne, mit einem Winkelabstand von ca. 30 Grad. In den Regenbogenfarben sehen wir dort einen bunten Fleck oder auch einen Bogen.

Ganz selten kann man den Bogen auch komplett als Kreis sehen. Er geht dann im Abstand von 30 Grad um die Sonne herum. Noch seltener sind sogar zwei Bögen zu sehen: der bereits vorgestellte 30-Grad-Bogen und ein größerer Bogen mit einem Abstand von 60 Grad zur Sonne.

Günstig bei der Beobachtung ist es, wenn die Sonne ausgeblendet werden kann, da ihre Helligkeit störend wirkt. Man kann sich so positionieren, dass die Sonne von einem Baum oder Schornstein oder etwas anderem verdeckt wird, der Himmelsbereich links und rechts neben ihr aber frei von Hindernissen ist.

Im Foto kommt die Sonne gerade hinter einem Berg hervor. Das Sonnenhalo war vorher deutlich zu sehen, verblasste dann aber. Insgesamt dauerte die Erscheinung etwa 20 Minuten.


 

Sonne und Komet 2

Animation Komet fliegt in die Sonne

Auf dem Bild sehen wir die Protuberanzen vom 1. Oktober 2011. Die Sonne selbst ist durch die blaue Scheibe abgedeckt, da sie sonst alles überstrahlen würde. Zur Verdeutlichung der Größe der Sonne ist ein weißer Kreis eingezeichnet. Dessen Rand entspricht dem Sonnenrand.

An diesem Tag traf ein Komet die Sonne und löste auf der gegenüberliegenden Seite eine Eruption aus. Links neben der Sonne befindet sich gerade der Planet Merkur. Die gleiche Szene näher an der Sonne kann auf Seite 1 betrachtet werden. Achtung, der Film dort hat eine Größe von 10MB, benötigt also einige Zeit zum Laden, bis er angezeigt wird.

Die Animation setzt sich aus 120 Einzelbildern zusammen, die mit dem Instrument LASCO 3 der Sonnensonde SOHO aufgenommen wurden. Das Large Angle and Spectrometric COronagraph (LASCO) Instrument ist eines von 11 Instrumenten der NASA/ESA SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) Raumsonde. SOHO startete am 2. Dezember 1995 vom Kennedy Space Center, Cape Canaveral, Florida.

Das LASCO Instrument besteht aus 3 Koronographen, die die Sonnenkorona zwischen 1,1fachen bis 32fachen Sonnenradius abbilden. Es eignet sich dazu, Entfernungsmessungen durchzuführen und mit dem Sonnenradius zu vergleichen. Der Sonnenradius umfasst 700 000 km, 420 000 Meilen oder 16 Bogenminuten. Der Koronograph ist ein Teleskop, welches das Licht der Sonne abblockt, um die feinen Emissionen in der Region rund um die Sonne wahrnehmen zu können, die Korona genannt wird.


Courtesy of NASA/SOHO and the AIA, LASCO and HMI science teams.


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