Himmel im Januar

Highlights:

 

Erde in Sonnennähe Sternschnuppen
Sonne Mond Planeten Sternenhimmel

 

Die Sonne

Tag Aufgang Mittagshöhe Untergang Tageslänge
01.01.2013 8:18 Uhr 17° 16:29 Uhr 8 Stunden
31.01.2013 7:55 Uhr 22,5° 17:12 Uhr 9 Stunden
Heute (18.05.2013) 05:28 Uhr21:03 Uhr15 h 34 min
Weitere Sonnenzeiten für ausgewählte Städte in: Deutschland, Österreich, Europa

Sonnenscheindauer Im Januar steht die Sonne noch sehr tief am Mittagshimmel (die Gradangaben oben kannst du auch an einem Winkelmesser finden, es geht nicht um die Temperatur!). Sie erhellt den Tag nur für wenige Stunden (zu Beginn des Monats für 8, am Ende dann für 9 Stunden).

Im Laufe des Monats verlängert sich also die Sonnenscheindauer ganz langsam und unmerklich um eine Stunde. Der Vorteil für Sterngucker: die Nacht ist lang, und man kann ausgiebig den Sternenhimmel bewundern. Zumeist sorgt auch die kalte klare Januarluft dafür, dass gute Sichtbedingungen herrschen.

Am 2. Januar passiert die Erde den sonnennächsten Punkt auf ihrer Bahn um die Sonne. Unser Abstand zum Zentralgestirn beträgt an diesem Tag 147 Millionen Kilometer. Ein halbes Jahr später, am 5. Juli, wenn die Erde den größten Abstand zur Sonne hat, sind es mit 152 Millionen km etwa 5 Millionen km mehr zwischen Erde und Sonne als im Januar. Diese Veränderungen kann man mit dem Astrorechner sehr schön mitverfolgen, der sekündlich den aktuellen Abstand Erde - Sonne berechnet und anzeigt.

Warum ist es dann aber so kalt, obwohl wir uns doch näher bei der Sonne aufhalten als im Juli, wo es trotz Sonnenferne richtig heiß sein kann?

Das liegt an der Jahreszeit auf der Nordhalbkugel. Im Winter fallen die Sonnenstrahlen sehr schräg auf die nördlichen Gebiete der Erdkugel und haben weniger wärmende Kraft als im Sommer, wo sie viel steiler einfallen und nicht so viele Luftschichten durchqueren müssen, um zu uns zu gelangen. Außerdem ist die Sonennscheindauer im Winter erheblich kürzer als im Sommer.

Die knapp 8 Stunden, in denen sich die Sonne in Europa über dem Horizont befindet, reichen nicht aus, um Luft und Boden ausreichend zu erwärmen. In den darauf folgenden 16 Stunden Dunkelheit kühlt es ganz schnell wieder aus, die Temperaturen liegen nachts oft unter Null Grad.

Zeitgleich zum Winter auf der Nordhalbkugel der Erde, wo wir Bewohner Europas uns befinden, ist es auf der Südhalbkugel gerade Sommer. So tief, wie die Sonne derzeit bei uns am Himmel steht, so hoch brennt sie beispielsweise vom australischen oder brasilianischen Himmel herunter, und es kann dort ganz schön warm werden. Darum stellt sich die Frage auf der Südhalbkugel gar nicht, weshalb es in Sonnenähe kälter ist als in Sonnenferne, denn da ist es im Januar schön warm um im Juli dafür kalt.


Der Mond

Mondphase Datum im Sternbild Aufgang Untergang
Halbmond Letztes Viertel 5.01.2013 Jungfrau 0:42 Uhr 11:34 Uhr
  Neumond 11.01.2013 Schütze geht mit Sonne auf und unter
Halbmond abnehmend Erstes Viertel 19.01.2013 Fische 11:19 Uhr 1:16 Uhr
Vollmond 27.01.2013 Krebs 17:53 Uhr 7:37 Uhr
Daten dem Buch 'Kosmos Himmelsjahr 2013' von Hans-Ulrich Keller entnommen

Die Planeten im Januar:

Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus


Merkur nicht beobachtbar

Der Planet Merkur ist im Januar nicht sichtbar. Er hält sich zu nahe bei der Sonne auf.


Venus als Morgenstern

Venus im Januar 2013

Venus begrüßt das Neue Jahr als Morgenstern. Allerdings ist die Zeit ihrer großen Auftritte erst einmal vorbei. Sie hält sich nur noch knapp über dem Südosthorizont auf und verblasst schnell in der zunehmenden Morgendämmerung. Gegen Ende des Monats ist sie dann gar nicht mehr zu sehen. Erst im Mai wird Venus wieder am Himmel zu sehen sein, dann aber als Abendstern.

Venus geht zu Monatsbeginn gegen 6:46 Uhr auf und löst sich ab ca. 7 Uhr aus den horizontnahen Dunstschichten, sodass wir sie tief im Südosten erkennen können. Ihre große Helligkeit von -3,9mag nützt ihr nicht allzu viel, da die Morgendämmerung einsetzt und den Himmel zunehmend erhellt. Gegen Monatsende geht Venus gegen 7:23 Uhr auf, die Morgendämmerung setzt dann aber schon eine dreiviertel Stunde früher ein als noch zu Monatsbeginn. Deshalb ist es zum Venusaufgang bereits zu hell, als dass wir sie noch mit bloßem Auge wahrnehmen können.

Am 10. Januar kommt die hauchdünne Mondsichel bei Venus vorbei, wie in der Abbildung zu sehen ist. Nur einen Tag später ist Neumond.


Mars am Abendhimmel

Mars im Januar 2013

Der rote Planet Mars, im Januar im Sternbild Steinbock, drückt sich schon seit vielen Wochen abends nahe des Südwesthorizontes herum. Er befindet sich in der Abenddämmerung schon am Himmel und geht kurz nach Sonnenuntergang selbst auch unter (am Monatsanfang gegen 18:26 Uhr, gegen Monatsende gegen 18:42 Uhr.

Im Januar wird es ganz allmählich wieder später dunkel, die Abenddämmerung setzt jeden Tag ein klein wenig später ein. Das führt dazu, dass Mars im Laufe des Monats unsichtbar wird, da ihn der Dämmerungshimmel überstrahlt. Wer Mars sehen möchte, sollte gleich zu Beginn des Monats nach ihm schauen. Sobald es abends dunkel genug ist, finden wir ihn knapp über dem Südwesthorizont.

Mars macht ab Februar eine lange Sichtbarkeitspause. Erst Ende Juli werden wir den Planeten wieder am Himmel sehen können.


Jupiter fast die ganze Nacht sichtbar

Jupiter ist die auffälligste Erscheinung am Abendhimmel. Hell strahlend steht er schon am Himmel, wenn es abends dunkel wird. Er befindet sich im Sternbild Stier, mitten im Goldenen Tor der Ekliptik zwischen den beiden Sternhaufen Hyaden und Plejaden. Nach wie vor ist er ein hervorragendes Beobachtungsobjekt.

 

Jupiter vollzieht gerade seine Oppositionsschleife. Da die Erde ihn auf ihrer weiter innen liegenden Bahn überholt, vollführt Jupiter am Erdenhimmel eine Schleife und bewegt sich dabei zeitweise entgegen der allgemeinen Bewegungsrichtung.

Im Januar bewegt er sich also rückwärts, oder wie die Astronomen es ausdrücken: rückläufig. Am 30. Januar beendet er die Rückläufigkeit und wird stationär. Das heißt er bleibt im Februar für einige Tage an Ort und Stelle, bis er sich dann wieder in die gleiche Richtung bewegt wie die anderen Planeten und der Mond.

Bereits in kleinen Teleskopen und im Fernglas sind 4 seiner Monde zu sehen. Mit größerer Optik werden auch die Streifen in seiner Atmosphäre sichtbar. Außerdem kann man gut erkennen, dass der Jupiterglobus an den Polen abgeflacht ist. Wir sehen im Fernglas keinen runden 'Ball#, sondern einen leicht zusammengedrückten Jupiter. Mehr zu diesem Phänomen erfährst du auf der Seite Jupiter beobachten. Eine Anleitung zur Beobachtung der Jupitermonde gibt es unter Mach mit - Jupitermonde.

Jupiter geht zu Monatsbeginn gegen 5:35 Uhr unter, am Monatsende bereits um 3:48 Uhr. Am Abend finden wir ihn schon ziemlich weit oben über dem Südosthorizont. Im Laufe der Nacht wandert er mit den ihn umgebenden Sternen auf den Westhorizont zu, wo er dann zu den angegebenen Zeiten untergeht.


Saturn am Morgenhimmel

Saturn im Januar 2013

Saturn hält sich derzeit im Sternbild Waage auf. Er geht zu Monatsbeginn gegen 3 Uhr auf, zu Monatsende bereits kurz nach 1 Uhr. Wer ihn beobachten möchte, muss also sehr früh aufstehen. Aber keine Sorge, bald haben wir es bequemer: im April wird er die ganze Nacht hindurch am Himmel zu finden sein.

Saturn finden wir morgens im Süden, zwischen den Sternbildern Waage und Jungfrau. Der auffällige und helle Stern Spica ist nicht weit von Saturn entfernt. Spica ist mit 0,95mag ein klein wenig dunkler als Saturn (0,8mag). Morgens gegen 7 Uhr (siehe Abbildung) stehen die beiden in etwa waagerecht nebeneinander.

Im Fernglas bzw. Teleskop können wir das Planetenscheibchen und auch seine Ringe erkennen. Da wir momentan auf die Nordseite der Ringe schauen, ist viel von ihnen zu sehen. Mit guter Optik wird die Cassinische Teilung sichtbar, das sind dunkle Streifen zwischen den Ringen, in denen fast keine Materie vorhanden ist. Außerdem lässt sich der Planetenglobus gut vom Ringsystem unterscheiden, da sich auch dazwischen ein dunkler Bereich befindet. Mehr zur Beobachtung von Saturn findet ihr auf der Seite Saturn beobachten.

Am Planetenscheibchen ist gut zu sehen, dass Saturn nicht rund, sondern an den Polen abgeplattet ist. Ein interessantes Objekt für Fernglas und Teleskop ist auch der größte Saturnmond Titan. Beobachtet man ihn über mehrere Nächte hinweg, wird man ihn stets an einer anderen Position finden und so nachvollziehen können, dass er den Ringplaneten umkreist.


Uranus am Abendhimmel

Uranus im Januar 2013

Uranus befindet sich im Sternbild Fische und ist bereits am Himmel, wenn es dunkel wird. Er geht beizeiten unter, zu Monatsbeginn gegen Mitternacht, am Monatsende bereits um 22 Uhr. Die beste Zeit, ihn zu finden, ist zwischen 19 und 21 Uhr. Dann ist es richtig dunkel und der Planet ist noch weit genug vom Horizont entfernt. Allerdings sollte man sich eine mondlose Nacht aussuchen. Jegliche Lichtquelle stört ungemein.

Mit bloßem Auge ist Uranus nur bei sehr dunklem Himmel und unter optimalen Sichtbedingungen zu erkennen. Was es uns schwer macht ihn zu entdecken ist seine blassgrüne Färbung. Mit weißem Licht würde er stärker auffallen. Uranus hat ohnehin nur eine schwache Helligkeit von 5,9mag.

Besser ist es, man nimmt ein Fernglas oder Teleskop zu Hilfe.


Sternenhimmel im Januar

 

Im Januar dominieren die Wintersternbilder den Himmel. In keiner anderen Jahreszeit stehen gleichzeitig so viele helle Sterne am Himmel. Castor, Pollux, Capella, Beteigeuze, Rigel, Aldebaran, Sirius und Procyon gehören zu den bekannten Sternbildern Zwillinge, Fuhrmann, Orion, Stier, Großer und und Kleiner Hund. Um das markante Sternen-X des Orion gruppieren sich all diese Sternbilder. Ihre Sterne bilden zusammen das Wintersechseck.

Unter dem Fuhrmann mit dem hellen Hauptstern Capella erscheint das bekannteste Wintersternbild schlechthin - Orion mit seinem markanten Sternen-H, dem hellen rötlichen Schulterstern Beteigeuze und dem bläulich-weißen Kniestern Rigel. Je weiter der Abend fortschreitet, desto mehr Wintersternbilder werden nun sichtbar.

Unter Orion springt der Hase als Sternbild herum. Der Himmelsjäger ist nämlich gerade auf der Jagd mit seinen beiden Hunden, den Sternbildern Großer Hund und Kleiner Hund. Die Sterne des Großen Hundes bilden tatsächlich die Umrisse eines Hundes ab, mit dem hellsten Stern des Himmels - Sirius - als funkelnder Diamant an seinem Halsband. Der Kleine Hund besteht aus nur zwei gut sichtbaren Sternen. Der hellere davon heißt Procyon, das heißt übersetzt 'vor dem Hund' und bedeutet, dass er noch vor dem Großen Hund aufgeht.

Über den Hunden finden wir noch das Sternbild Zwillinge mit den hellen Sternen Castor und Pollux. An jedem der beiden hängt noch jeweils eine Sternenkette mit schwachen Sternen, die Richtung Orion zeigen. Die hellsten Sterne all dieser hier beschriebenen Sternbilder bilden das Wintersechseck. Es besteht aus den Sternen Capella (Fuhrmann), Aldebaran (Stier), Rigel (Orion), Sirius (Großer Hund), Procyon (Kleiner Hund) und Pollux (Zwillinge). Mittendurch zieht außerdem die Milchstraße. Sie ist nicht so auffällig wie im Sommer, weil wir im Winter aus unserer Galaxie hinausschauen. Da sind die Sterne weniger dicht. Im Sommer geht der Blick ja in Richtung Zentrum der Milchstraße, wo die Sterne dicht an dicht stehen.

Ein Blick um 22 Uhr an den Osthimmel zeigt uns, dass die Frühlingssternbilder schon in den Startlöchern stehen und von hier aus den Himmel erobern werden. Im Laufe der Nacht nehmen Löwe, Jungfrau usw. immer mehr Raum ein, während die typischen Wintersternbilder nach Westen ihrem Untergang entgegengehen. Wer sie beobachten möchte, sollte also die Abendstunden nutzen.

Die hellen Sterne des Winters sind gar nicht sehr weit von uns entfernt. Aldebaran vom Stier ist 65 Lichtjahre entfernt, die Hyaden 130 - 150 Lichtjahre. Bis zum funkelnden Sirius sind es gar nur 8,6 Lichtjahre, bis Procyon 11 und bis Capella 42 Lichtjahre. Auch wenn ein Lichtjahr eine Entfernung von 9,46 Billionen Kilometern bedeutet, befinden sich diese Sterne doch alle in unserer kosmischen Nachbarschaft.

Tipp für den Januar: Wer ein Fernglas oder Teleskop zur Verfügung hat, kann sich im Januar etliche imposante Himmelsobjekte anschauen. Mit bloßem Auge deutlich sichtbar, zeigen sich die Sternhaufen Plejaden und Hyaden im Fernglas mit weiteren, schwächeren Sternen. Der Anblick gleicht einer geöffneten Schmuckschatulle, die Sterne funkeln farbenfroh in großer Pracht. Am prächtigsten aber funkelt Sirius, der hellste Stern in unseren Breiten (Mitteleuropa). Er ist nur 9 Lichtjahre von der Erde entfernt und strahlt mit einer Helligkeit von - 1,46 mag. Der Stern Beteigeuze im Orion macht dagegen mit seiner rötlichen Farbe auf sich aufmerksam. Es ist ein Riesenstern, der bereits am Ende seines Daseins angekommen ist. Beteigeuze gilt auch als möglicher Kandidat für eine Supernova.

Etwas weiter nördlich befindet sich neben dem linken Horn des Stieres der Krebsnebel M 1. Er stammt von einer Supernova, die im Jahr 1054 beobachtet wurde. Seither breitet sich der Nebel immer weiter aus. M 1 ist ca. 6300 Lichtjahre von der Erde entfernt.

Mit bloßem Auge andeutungsweise sichtbar offenbart uns der Orionnebel M 42 erst im Teleskop seine wahre Ausdehnung und Strukturen. Der nördliche Teil gehört zu M 43. Es handelt sich hier um eine große Gas- und Staubwolke, in der neue Sterne geboren werden. Einige sind bereits zu sehen und mit geschätzten 30000 Jahren noch sehr sehr jung. Diese jungen Sterne ionisieren den Wasserstoff, der sie umgibt, weshalb der Nebel so schön leuchtet. Vermutlich wird sich die Helligkeit von M 42 in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten steigern. Das schließt man aus Beobachtungsberichten aus dem 17.-19. Jahrhundert, in denen der Orionnebel noch als relativ unscheinbares Wölkchen beschrieben wird.

Im Sternbild Großer Hund finden wir unterhalb des Sirius noch M 41. Das ist ein offener Sternhaufen, der mit einem Fernglas leicht zu entdecken ist. Ein weiterer offener Sternhaufen findet sich im Sternbild Krebs. Das ist M 44, andere Namen dafür sind Praesepe oder Krippe. Während die Sterne des Krebses recht unscheinbar sind, präsentiert sich M 44 im Fernglas als funkelndes Sternhäuflein.


Highlights

Sternschnuppen

SternschnuppenGleich zu Beginn des Monats lohnt es sich, den Blick gen Himmel zu richten und auf Sternschnuppen zu hoffen. Vom 1. bis 6. Januar kommen die Quadrantiden, die aus dem Sternbild Bootes (Bärenhüter) herauszufliegen scheinen.

In der Nacht vom 3. zum 4. Januar können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde auftauchen!

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