Jupiter beobachten

Jupiter ist ein sehr auffälliges Objekt am Sternenhimmel. Nur Sonne, Mond, Venus und Sirius leuchten noch heller als er. Seine Beobachtung bietet viel Abwechslung. Warum - das werden wir auf dieser Seite erfahren.

Wenn Jupiter am Himmel steht, ist er gar nicht übersehen. Er einer der ersten Leuchtpunkte, die nach und nach erscheinen, wenn es dunkel wird. Und dann strahlt er hell und kräftig.

Da Jupiter 12 Jahre für einen Umlauf um die Sonne benötigt, befindet er sich von der Erde aus gesehen jedes Jahr in einem anderen Sternbild des Tierkreises, bis er nach 12 Jahren alle 12 Sternzeichen durchquert hat und wieder von vorne beginnt. (Siehe Tabelle weiter unten.)

Interessant wird die Beobachtung des Jupiters, wenn man ein Fernglas oder ein Teleskop zur Verfügung hat. Dann werden auch einige seiner zahlreichen Monde sichtbar.

Auf der Planetenoberfläche kannst du mit einem Teleskop die Streifen des Jupiters entdecken und mit einem größeren Gerät sogar den berühmten Großen Roten Fleck.

Wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass Jupiter in Äquatornähe (also am Bauch) breiter ist als an den Polen (oben und unten). Er ist in der Mitte so ausgebeult, weil er sich sehr schnell um sich selbst dreht! Für eine Umdrehung benötigt dieser riesige Planet nur knapp 10 Stunden (zum Vergleich: die Erde braucht dafür 24 Stunden).

In welchem Sternbild ist Jupiter zu finden?

2011 Fische / Widder Jan/Feb (abends), Juli (morgens) bis Dezember (abends)
2012 Widder / Stier Jan-März (abends), Juli (morgens) bis Dez (abends)
2013 Stier / Zwillinge Jan-Mai (abends), August (morgens) bis Dez (abends)
2014 Zwillinge / Krebs / Löwe Jan-Juni (abends), August (morgens) bis Dez (nachts)
2015 Krebs / Löwe Jan-Juni (abends), Oktober (morgens) bis Dez (nachts)

Beobachtung der Jupitermonde

Es lohnt sich, Jupiter immer mal wieder mit einem Teleskop oder Fernglas zu beobachten!

Jedesmal bietet sich ein neuer Anblick. Jupiter hat sehr viele Monde (derzeit sind 63 bekannt).

So wie die Planeten die große Sonne in ihrer Mitte umkreisen, so umrunden die kleinen Jupitermonde emsig ihren großen 'Chef'.und bildet mit ihnen ein eigenes kleines "Sonnensystem". Am deutlichsten zu erkennen sind die vier größten Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto. Hier eine Animation ihrer Bewegungen um Jupiter.

 

 

Benannt sind diese vier Monde zu Ehren ihres ersten Beobachters Galileo Galilei. Im Jahre 1610 richtete er als Erster ein einfaches Fernrohr auf den Jupiter und entdeckte zu seinem großen Erstaunen vier Leuchtpunkte in seiner Nähe, die mit bloßem Auge nicht sichtbar waren. Er hielt sie zunächst für Sterne.

Galilei beobachtete von nun an regelmäßig den Planeten und bemerkte, dass diese Pünktchen beständig ihre Positionen zueinander veränderten, sich dabei aber nie weit von Jupiter entfernten. Manchmal gar waren ein oder mehrere von ihnen ganz verschwunden, tauchten aber in den darauf folgenden Nächten wieder auf.

Galilei kam zu dem richtigen Schluss, dass sie Jupiter umkreisen und dabei manchmal hinter ihm vorbeiziehen und deshalb unsichtbar wurden. Er begriff schnell, dass nicht nur die Erde einen Mond besitzt, sondern auch andere Planeten wie eben Jupiter.

Das war damals vor vierhundert Jahren eine absolute Sensation. Allerdings wurde sie nicht von allen positiv aufgenommen. Manche Menschen, darunter auch andere Gelehrte und geistliche Würdenträger, wollten davon nichts hören und bedrängten Galilei, seine neuen Erkenntnisse zu widerrufen, also zurückzunehmen. Einzelheiten zu den Monden des Jupiters gibt unter "Jupitermonde".

Die Streifen des Jupiter

Jupiter erscheint uns in Teleskopen wie ein belegtes Sandwich, da seine Oberfläche in helle und dunkle Streifen unterteilt ist. Könnten wir ihn auch riechen, würde uns aber schnell der Appetit auf Sandwich vergehen - Jupiter stinkt ganz fürchterlich!

Die Streifen entstehen, weil sich in den farblosen Wasserstoff der Atmosphäre noch weitere Gase mischen. Ammoniak erzeugt die dunklen Streifen, und Schwefelverbindungen (riechen wie faule Eier!) bilden die hellen Streifen.

Für die rötliche Färbung des Großen Roten Flecks ist Phosphor mit seinem markanten Duft nach Knoblauch verantwortlich.

Die Streifen verändern manchmal ihre Farbe. An den Rändern vermischen sie sich mit anderen Streifen. Dabei ergeben sich hübsche Verwirbelungen. Leider ist das in kleineren Teleskopen nicht zu erkennen. Die besseren Beobachtungen machen Raumsonden, die Jupiter besuchen und aus nächster Nähe Fotos von ihm schießen können. Mehr dazu gibt es auf der Seite 'Jupitermissionen'.

Der Große Rote Fleck


Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen von der NASA.


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