Mars aktuelle Missionen

Im November 2011 war es wieder einmal soweit: das Startfenster für Missionen zum Mars öffnete sich für ein paar Wochen. Die Flugstrecke von der Erde zum Mars ist ca. alle zwei Jahre besonders kurz, nämlich dann, wenn sich beide Planeten auf der gleichen Seite der Sonne befinden und die Erde kurz davor ist, Mars zu überholen (eine Animation dazu gibt es auf der Seite 'Mars beobachten').

Gleich zwei Missionen zum Roten Planeten standen bereit, zum einen die russische Marsmission Phobos-Grunt mit dem Start am 8. November und zum anderen die amerikanische Marsmission Mars-Science-Laboratory mit dem Start am 26. November. Während die Mission Phobos-Grunt scheiterte (sie hatte Probleme mit den Triebwerken und stürzte am 15.1.2012 in den Pazifik, mehr zur Mission auf der Seite 'Phobos-Grunt'), ist Mars Science Laboratory noch auf dem richtigen Weg.

Mars Science Laboratory

Marsrover Curiosity noch auf der Erde bei Tests

Am 26. November 2011 startete die amerikanische Marsmission Mars Science Laboratory. Wenn alles planmäßig verläuft, wird die Sonde im August 2012 bei Mars eintreffen und einen Marsrover auf die Planetenoberfläche hinablassen.

Der Rover mit Namen Curiosity (der Neugierige) ist in etwa so groß wie ein Mini Cooper und somit das größte Marsfahrzeug aller Zeiten. Er hat ein Gesamtgewicht von 900 kg und wird auf 6 Rädern über den Marsboden rollen.

Curiosity wird mit einem neuartigen Landesystem zur Marsoberfläche gelangen. Eine Abstiegsstufe wird den Rover an acht Meter langen Seilen zum Boden hinablassen, damit das Fahrzeug möglichst sanft aufsetzen kann. Eine Animation des Landemanövers kann hier angeschaut werden: marsprogram.jpl.nasa.gov/msl.

Neuartiges Landemanöver von CuriosityDer Marsrover soll mindestens ein Marsjahr (das entspricht ungefähr zwei Erdenjahren) im Einsatz bleiben. Er ist mit einer plutoniumhaltigen Batterie ausgestattet, damit er nicht ausschließlich auf Sonnenenergie angewiesen ist. Curiosity kann pro Tag mehrere 100 Meter zurücklegen und dabei Steigungen von bis zu 45 Grad bewältigen.

Mit seinem Roboterarm kann er Bodenproben nehmen. Eine Kamera für hochauflösende Nahaufnahmen wird uns Bilder aus seiner unmittelbaren Umgebung liefern.

Curiosity hat außerdem einen hoch entwickelten Laser dabei, mit dem er Gestein mit intensiven Lichtpulsen beschießen kann. Das verdampfende Gestein kann sogleich mit einem Spektrometer auf seine Zusammensetzung untersucht werden.

Damit hat er deutlich mehr Möglichkeiten für Untersuchungen vor Ort als seine berühmten und über viele Jahre hinweg auf dem Mars aktiven Vorgänger Spirit und Opportunity. Wir dürfen also gespannt sein, was unser 'Reporter vor Ort' dann für Neuigkeiten vom Wüstenplanet zu berichten weiß.

Marsrover Curiosity fiktiv bei seiner Arbeit auf Mars


Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen von der NASA (Courtesy NASA/JPL-Caltech).


 

Meinungen, Fragen und Anregungen bitte an: zuschriften@astrokramkiste.de. Der Inhalt der Astrokramkiste darf kopiert und weitergegeben werden.