Neptun beobachten
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- Kategorie: Beobachtung
Neptun ist für unsere bloßen Augen nicht am Himmel auffindbar. Er ist so weit entfernt (zwischen 4,3 und 4,7 Milliarden Kilometer!), dass er uns sehr klein erscheint, obwohl er doch ein Gasriese ist. Auch in einem Fernglas oder Teleskop können wir nur ein winziges bläuliches Scheibchen erkennen.
Um Neptun zu beobachten, benötigen wir unbedingt ein Teleskop und vor allem eine Sternkarte, in der seine genaue Position eingezeichnet ist. Am besten lässt du ihn dir einmal in einer Sternwarte zeigen.
Für genauere Beobachtungen reichen selbst die größten Teleskope der Erde nicht aus. Nur eine Raumsonde, die in seine Nähe kommt, kann mehr erkennen. Voyager 2 flog 1989 an Neptun vorbei und lieferte uns Fotos, auf denen unter anderem auch Wolken in der Neptunatmosphäre sichtbar sind. Eine Beschreibung der Neptunmission von Voyager 2 findest du auf der Seite Neptunmissionen.
In welchem Sternbild ist Neptun zu finden?
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Wie kam man darauf, nach weiteren Planeten zu suchen?
Weil folgendes auffiel: Die Bewegung des Uranus um die Sonne verlief nicht ganz so, wie sie nach den Keplerschen Gesetzen hätte sein sollen. Astronomen vermuteten daher, dass es noch einen Planeten jenseits des Uranus geben müsse, der durch seine Gravitationskraft die Bewegung des Uranus verändert. John Couch Adams sowie der französische Mathematiker Urbain Le Verrier errechneten unabhängig voneinander die Position, an der sich der unbekannte Planet befinden müsste, wobei die Berechnung von Le Verrier wesentlich genauer war.
Die Berechnung von Adams diente James Challis aus Cambridge als Vorlage für seine Beobachtungen am 4. und 12. August 1846. Challis hatte den Planeten gefunden. Weil er die Beobachtungen der verschiedenen Abende aber noch nicht miteinander verglichen hatte, erkannte er Neptun unter den zahlreichen Sternen noch nicht als Planeten, der seine Position am Himmel veränderte.
Johann Gottfried Galle, dem Direktor der Berliner Sternwarte, gelang es schließlich gemeinsam mit seinem Assistenten Heinrich Louis d’Arrest am 23. September 1846, Neptun zu entdecken. Galle und d’Arrest hatten dazu den Auftrag und die Berechnungen Le Verriers erhalten. Die tatsächliche Position wich nur geringfügig von der errechneten Position ab.
Später stellte sich heraus, dass schon Galileo Galilei den Neptun am 28. Dezember 1612 gesehen hatte. Aus seinen Aufzeichnungen vom Januar 1613 geht eine Beobachtung der Konjunktion mit Jupiter hervor, bei der Galilei den Neptun jedoch für einen Jupitermond bzw. einen Fixstern gehalten hatte. Hätte er Neptun nur wenige Tage früher beobachtet, wäre seine Bewegung am Himmel viel deutlicher gewesen.
Mit einer Umlaufzeit von 165 Jahren wird Neptun im Jahr 2011 erstmals wieder die gleiche Stelle passieren, an der ihn Johann Gottfried Galle entdeckt hat. Erst dann wird man einen kompletten Orbit Neptuns tatsächlich beobachtet haben.
Wenn du mehr zum Thema Entdeckung von Planeten wissen möchtest, dann lies das Buch 'Die Akte Neptun' von Tom Standage. Darin erfährst du, wie Uranus zufällig entdeckt und anschließend fieberhaft nach weiteren Planeten gesucht wurde. Eine Beschreibung des Buches findest du in den Literaturtipps.

