Monde

Jahrtausendelang war nur ein einziger Mond bekannt: unser Erdenmond! Im Deutschen hat er noch nicht mal einen eigenen Namen bekommen, er heißt einfach 'Mond'. Mond ist eigentlich die allgemeine Bezeichnung für einen ganz bestimmten Typ Himmelskörper.

Inzwischen wissen wir: Andere Planeten haben auch Monde, zum Teil sogar sehr viele! Diese Monde sind ganz unterschiedlich, sowohl in ihrer Größe als auch in ihrer Zusammensetzung. Es gibt vier Monde, die größer sind als unser Mond (Ganymed, Titan, Kallisto und Io). Jeder von ihnen hat ein individuelles Aussehen und unverwechselbare Eigenschaften.

Die Top 6 der größten Monde im Sonnensystem

Ganymed Titan Kallisto Io Mond Europa
Ganymed Titan Kallisto Io Mond Europa
Mond des Jupiter Mond des Saturn Mond des Jupiter Mond des Jupiter Mond der Erde Mond des Jupiter

Vergleiche der Monde miteinander gibt es in der Mondetabelle.
Tipp: Über das Menu links geht es außerdem zur graphischen Aufbereitung der Mondeparameter.

Wie groß oder klein ein Mond sein darf, ist nicht eindeutig festgelegt.

Es gibt Monde, die im Vergleich zu ihrem Heimatplaneten sehr groß sind (zum Beispiel bei Pluto und Charon). Die beiden werden oft als Doppelplanet bezeichnet. Auch Asteroiden werden häufig von Monden umkreist, die nicht viel kleiner sind als sie selbst. Hier spricht man dann von einem Doppelasteroiden.

Gerade in letzter Zeit sind durch Raumsonden sehr viele Monde entdeckt worden, die winzig klein sind (manche nicht größer als 1-2 Kilometer im Durchmesser). Und ungezählte harren wohl noch ihrer Entdeckung. Sind das aber wirklich noch Monde? Diese Steinbröckchen, nicht viel größer als ein Fels?

Die Gasplaneten sind alle von Staubringen umgeben, in denen sich sicher Millionen von Gesteinsbrocken befinden - die kann man doch nicht alle zur Kategorie Mond zählen?!

Die Raumsonde New Horizons ist derzeit ins äußere Sonnensystem unterwegs und soll 2015 an Pluto vorbeikommen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden auf den Fotos, die die Sonde machen wird, auch wieder neue Monde zu sehen sein. Die Zahl der Monde wird also weiter steigen! Momentan stehen wir bei etwa 200 Monden im Sonnensystem.

Chronologie der Mondentdeckungen

Jahr Ereignis / Entdeckung Durchmesser
der entdeckten
Monde in km
1610 Zum ersten Mal findet man Monde um einen anderen Planeten!
Galilei beobachtet vier Lichtpünktchen, die den Jupiter begleiten und umkreisen.
Die Monde bekommen die Namen Io, Europa, Ganymed und Kallisto.
Ganymed ist der größte Mond im Sonnensystem, Kallisto der drittgrößte.
3643
3122
5262
4821
1655 Christian Huygens findet den zweitgrößten Mond des Sonnensystems.
Er heißt Titan und umkreist den Saturn.
5150
1671-1684 Zwischen 1671 und 1684 kommen vier weitere Monde dazu. Giovanni Domenico Cassini entdeckt die Saturnmonde Tethys, Dione, Rhea und Japetus. 1060
1120
1530
1436
1787 Erst über 100 Jahre später vergrößert sich die Zahl der Monde erneut. Ein neuer Planet wird 1781 entdeckt - Uranus. Sechs Jahre später findet Wilhelm Herschel zwei seiner Monde: Titania und Oberon. 1578
1523
1789 Zwei Jahre später entdeckt Herschel zwei neue Saturnmonde: Mimas und Enceladus. Somit werden erstmals Monde gefunden, deren Durchmesser unter 1000 km liegen. 397
499
1846 Im Jahr 1846 wird Neptun, der achte Planet, gefunden. Kurze Zeit später ist auch dessen größter Mond aufgespürt. Der Brite William Lassell entdeckt Triton noch im gleichen Jahr. Erstmals ist ein Mond bekannt, der seinen Planeten rückwärts umkreist. 2707
1848 Lassell ist sehr erfolgreich bei seiner Suche nach weiteren Monden. 1848 findet er den recht kleinen Saturnmond Hyperion. 266
1851 William Lassell entdeckt nach intensiven Beobachtungen zwei neue Monde bei Uranus: Ariel und Umbriel, die fast gleich groß sind und manchmal als Zwillingsmonde bezeichnet werden. 1158
1169
1877 Bei der Mars-Opposition 1877 kommen sich Erde und Mars recht nahe, was es ermöglicht, die beiden winzigen Marsmonde Phobos und Deimos zu entdecken. Asaph Hall geht mit diesem Fund in die Geschichte ein. Erstmal werden Monde gefunden, deren Durchmesser unter 100 km liegen. 22
12
1892 Edward Emerson Barnard entdeckt einen Jupitermond, der seine Bahnen noch innerhalb der Io-Bahn zieht. Amalthea ist ein unregelmäßig geformter Mond, etwa 270 km lang, 170 km breit und 150 km hoch. ca.
200
1898 William H. Pickering findet einen neunten Saturnmond - Phoebe. Dieser Mond umläuft seinen Heimatplaneten rückwärts und nicht in der üblichen Äquatorebene, seine Umlaufbahn ist um 174 Grad gegenüber den anderen Mondbahnen gekippt. 220
  Auch weiterhin werden Monde entdeckt, die Gasplaneten umkreisen. Gefunden werden sie von Raumsonden, die ins äußere Sonnensystem reisen. Die neuen Monde sind alle recht klein und für irdische Teleskope so gut wie unsichtbar.  
1978 Erst 48 Jahre nach der Entdeckung von Pluto kann nachgewiesen werden, dass auch er einen Mond besitzt - Charon. Er ist etwa halb so groß wie Pluto, was für einen Mond ungewöhnlich groß ist. Deshalb werden die beiden oft als Doppelplanet bezeichnet. Sie umkreisen in fast 6 Milliarden Kilometern Abstand die Sonne und sind von der Erde aus gesehen extrem winzig. 1212
1979 bis
heute
Die Zahl der Monde wächst weiter rasant, da nun Raumsonden zu weit entfernten Planeten fliegen und sie ganz aus der Nähe fotografieren. Auf den Fotos findet man ganz viele kleine Monde. Manche sind nicht größer als 1-2 Kilometer. Die bekannte Zahl der Monde liegt momentan bei ca. 200 und kann sich künftig noch weiter erhöhen. 1
2
3
4 ...

Schaut man sich die Verteilung der Monde im Sonnensystem an, fällt eines auf: die großen Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun versammeln eine große Anzahl Monde um sich, die kleinen Gesteinsplaneten haben fast gar keine Monde. Woran mag das wohl liegen?

Die Erde besitzt ihren Mond nur, weil sich kurz nach ihrer Entstehung eine Katastrophe ereignete: sie stieß mit einem marsgroßen Planetoiden zusammen. Dabei wurde ihr Materie entrissen und in den Weltraum geschleudert. Daraus formte sich ganz in der Nähe ein neuer Himmelskörper - unser Mond. Ohne dieses Ereignis besäße die Erde wahrscheinlich gar keinen Begleiter. Mehr dazu gibt es auf der Seite 'Entstehung des Mondes'.

Die beiden Monde des Mars sind so klein, dass man sie fast als Krümel bezeichnen möchte, aber bestimmt nicht als Monde. Lässt man die beiden 'unter den Tisch fallen' und denkt sich den Erdmond weg, da er zufällig entstanden ist, besitzen unsere Gesteinsplaneten keine Monde.

Die großen Gasplaneten sind in der Lage, mit ihrer immensen Anziehungskraft größere Monde festzuhalten und sogar vorüberziehende Asteroiden, Kometen oder Planetoiden von ihrer ursprünglichen Bahn abzulenken und auf eine Umlaufbahn um sich zu zwingen. Daher haben sie so viele kleine Monde.

Viele der kleineren Monde entstanden an anderen Orten im Sonnensystem und wurden irgendwann von der Anziehungskraft eines Gasplaneten festgehalten und umgelenkt. Große Monde entstanden wahrscheinlich dort, wo sie sich auch heute noch aufhalten. Monde sind also eher typisch für große Planeten mit großer Anziehungskraft.

Hier geht es zu den Monden

Merkurmonde 0
Venusmonde 0
Erdmond 1
Marsmonde 2
Jupitermonde 65
Saturnmonde 60
Uranusmonde 27
Neptunmonde 13

Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen von der NASA (Courtesy NASA/JPL-Caltech).


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